Danner rekultiviert Baustellenbereich der Aurachbrücke
23. Juli 2026 | Moritz Glück
Anfang 2024 bot der 1.000-Tonnen-Raupenkran LR 11000 mit beeindruckenden Nachteinsätzen und dem Rückbau bis zu 72 Meter langer und 240 Tonnen schwerer Brückentragwerke ein wahres Spektakel. Dort, wo zuvor gehoben, gerodet und modelliert wurde, arbeitet nun Danner Landschaftsbau daran, die Eingriffe in die Natur auszugleichen und die Flächen nachhaltig zu entwickeln. Im Auftrag der Arge starteten die Arbeiten bereits im Herbst 2023. Zunächst sicherten die Landschaftsbauspezialisten die bewehrte Erde sowie den Damm der Behelfsbrücke mittels Kokosmatten und Spritzbegrünung gegen Erosion. In weiterer Folge betraute die Asfinag als Auftraggeber der Arge Danner mit umfangreichen Begrünungs-, Rekultivierungs-, Böschungssicherungs- und Bepflanzungsmaßnahmen. Der Großteil der Arbeiten konnte bis Mai dieses Jahres abgeschlossen werden. Für Danner beginnt dann jedoch erst die mehrjährige Anwuchs- und Entwicklungsphase der zu renaturierenden Fläche.
10.000 Quadratmeter rekultivierte Flächen
Über 10.000 Quadratmeter Fläche werden im Umfeld der Aurachbrücke neu gestaltet. Das Leistungsspektrum reicht von der Ansaat bis hin zu Spezialspritzbegrünungen sowie der behördlich vorgeschriebenen Rekultivierung der beim Bau in Anspruch genommenen Grundstücksflächen. Besonderes Augenmerk galt dabei einigen Steilböschungen. Um diese zu sichern und oberflächliche Erosion zu minimieren, verlegten die Landschaftsbau-Experten aus Vorchdorf in Teilbereichen Kokos und Strohgewebe. Das natürliche Geflecht stabilisiert die Böschung und verbessert gleichzeitig die Haftung des aufgebrachten Saatguts. „Wir schaffen hier die Grundlage dafür, dass sich die Natur langfristig wieder entwickeln kann. Die Begrünung ist damit weit mehr als ein Abschlussgewerk, sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtprojekts“, erklärt Roman Lassmann, Niederlassungsleiter bei Danner Landschaftsbau.
Aufforstung nach klaren Vorgaben
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeiten ergibt sich direkt aus den Auflagen der Asfinag. Dauerhaft gerodete Bereiche müssen durch Ersatzaufforstungsflächen nach einem festgelegten Pflanzplan mit heimischen Gehölzen wieder bepflanzt werden. Die entsprechenden Arbeiten starteten Mitte 2025. Dafür wurden rund ein Dutzend Parzellen definiert, die schrittweise rekultiviert wurden. Insgesamt konnten so mehr als 4.000 wurzelnackte Pflanzen durch die Experten in dunkelgrüner Montur angepflanzt werden.
Zum Schutz der jungen Kulturen kommen spezielle Sichtschutz- und Schutzhüllen zum Einsatz, die Verbissschäden durch Wildtiere sowie Fegeschäden verhindern sollen. Diese Schutzhüllen werden an eingeschlagenen Akazienpflöcken befestigt und sollen die Entwicklung der Jungpflanzen während der ersten Jahre begünstigen. Darüber hinaus errichtete Danner auf einem Grundstück einen Kulturschutzzaun, um diese Ersatzaufforstungsfläche vor Wildverbiss zu schützen. „Gerade junge Kulturen sind empfindlich. Ohne Schutzmaßnahmen können Wildtiere innerhalb kurzer Zeit große Schäden verursachen. Deshalb beobachten und begleiten wir die Entwicklung gemeinsam mit der ökologischen Bauaufsicht über mehrere Jahre hinweg“, erläutert Danner- Projektleiter Philipp Öllinger.
Natur folgt eigenen Regeln
Anders als klassische Bauprojekte lassen sich der Begrünungs- und Bepflanzungserfolg nur bedingt steuern. Wetter, Niederschläge und Vegetationsentwicklung sowie die Qualität des Bodens beeinflussen den Projektfortschritt maßgeblich. Diese Besonderheit zeigt sich auch beim Geräteeinsatz. Große Maschinen spielen auf den Steilflächen kaum eine Rolle. Viele Bereiche werden in Handarbeit umgesetzt. Schaufel und Haue prägen den Arbeitsalltag deutlich stärker als schweres Gerät. Lediglich Spritzfahrzeuge kommen punktuell zum Einsatz. „Die Natur folgt ihren eigenen Regeln. Ein Bauwerk lässt sich exakt planen, Vegetation entwickelt sich dagegen individuell und über mehrere Jahre und Jahrzehnte hinweg. Genau darin liegt die Herausforderung und gleichzeitig die Besonderheit unserer Arbeit“, beschreibt Öllinger. Nach Abschluss der Hauptarbeiten beginnt eine mehrjährige Pflege- und Betreuungsphase. Auf die Anwuchspflege im ersten Jahr folgen mehrere Jahre Entwicklungspflege. Dazu zählen unter anderem Mäharbeiten, Bewässerungsmaßnahmen und die kontinuierliche Kontrolle der Kulturen. So entsteht rund um die Aurachbrücke Pflänzchen für Pflänzchen wieder eine Landschaft, die Natur und Infrastruktur miteinander verbindet.