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Landschaftsökologische Maßnahmen vor Neubau Kraftwerk Traunfall

 

30. Juni 2025 | Susanne Winter

Für das Projekt „Neubau Kraftwerk Traunfall“, welches in einem Naturschutzgebiet der EU liegt, errichtet Danner Landschaftsbau aus Vorchdorf, Tochterfirma von Felbermayr, seit Anfang Februar 2025 einen rund 13 Kilometer langen Amphibienschutzzaun. Weiters werden mehr als 80 Ersatzlebensräume beim Kraftwerksprojekt Traunfall in Roitham errichtet. Dies ist Voraussetzung für den geplanten Neubau des Kraftwerks.

„Die Amphibienschutzmaßnahmen sind eine wesentliche ökologische Maßnahme vor Beginn der Bauarbeiten, damit die Energie AG das geplante und behördliche genehmigte Bauprojekt beim Wasserkraftwerk Traunfall durchführen kann. Die ökologische Bauaufsicht stellt die bescheidmäßige Umsetzung ökologisch relevanter behördlicher Auflagen während der Bauphase sicher und erteilt die Freigabe zum Bau, wenn die angelegten Fangfelder reptilien- und amphibienfrei sind“, erklärt Philipp Öllinger, Bauleiter von Danner Landschaftsbau und informiert weiter: „Es müssen im Vorfeld die Amphibien und Reptilien, wie zum Beispiel Schlangen, Eidechsen und Frösche, abgesammelt werden. Das erfolgt mit der sogenannten temporären Zaun-Kübel-Methode. Dazu wurden rund 13 Kilometer lange Amphibienschutzzäune um die Baufelder und entlang der Baustraßen errichtet und zusätzlich das Gebiet in kleinere Einzelfelder unterteilt.“

Der Zaun besteht aus einem Kunststoff-Gewebe und hat eine fertige Höhe von 45 Zentimeter über der Oberkante des Geländes. „Das Gelände ist bei der Errichtung der Zäune immer eine große Herausforderung“, berichtet Öllinger.

Kübel und Folien zum Sammeln der Tiere
Entlang des Zaunes und innerhalb der Fangfelder sind circa 600 Kübel bis auf Erdniveau eingegraben. Die darin gesammelten Tiere werden behutsam in die Ersatzlebensräume umgesiedelt. Täglich wird geprüft, ob sich darin Lebewesen befinden und erfasst, wie viele Tiere wo und wann gefangen wurden. Weiters legten die Mitarbeiter von Danner mehr als 150 Schlangenbleche aus Teichfolie als Verstecke aus. „Ein Ökologe kontrolliert regelmäßig, ob sich darunter Schlangen befinden, und siedelt diese um“, erzählt Öllinger. Der Zaun in den Fangfeldern wird nach der Baufreigabe wieder rückgebaut. Die Außenzäune und Zäune entlang der Baustraße bleiben bis zum Bauende erhalten. Damit wird ein erneutes Einwandern der Tiere in die Baufelder verhindert.

Mehr als 80 Ersatzlebensräume als landschaftsökologische Maßnahme
Für die umgesiedelten Amphibien und Reptilien sowie als generelle Lebensraumverbesserung für die Herpetofauna errichtet Danner Landschaftsbau derzeit mehr als 80 Ersatzhabitate in Form von Eiablagehaufen, Legsteinmauern, Holzstapel, Ast- und Wurzelstockhaufen sowie Kleinstgewässer als landschaftsökologische Maßnahme.