Rekultivierung und Böschungssicherung durch Landschaftsbauexperten
12. Juli 2023 | Isabella Mohrwind
Aufgrund von Erosionsschäden und oberflächlichen Auswaschungen einer Sickerbeckenböschung zwischen zukünftigen Hallenstandort der P.A.F. Verwaltung GmbH und eines Versickerungsbeckens waren Maßnahmen zur Böschungssicherung und Rekultivierung notwendig.
„Im ökologischen Landschaftsbau gibt es mehrere Alternativen für nachhaltige Sicherungsmaßnahmen, die je nach Standortbedingungen angewendet werden. In Frankenburg wurde eine kombinierte Sicherung mittels dreidimensionalem Gittergewebe – im Bereich der größeren Auswaschungen der Böschung und Kokosfasergewebe als Oberflächenschutz vor Auswaschung der aufgebrachten Substratschicht – umgesetzt.“, berichtet Roman Laßmann, Leitung Danner Landschaftsbau.
Die größeren, tiefgehenden Auswaschungen wurden zunächst mit dem Bagger abgezogen und ein entsprechendes Böschungsplanung erstellt. In der Folge wurde teilweise punktuell als auch flächig das Metallgittergewebe verlegt und verankert sowie mit drainagefähigem Kantkorn-Humusgemisch verfüllt. Ziel ist es, einen langfristigen Schutz der Oberfläche zu gewährleisten. Im Bereich der kleineren Feinerosionen wurde die Böschung profilgerecht nachgearbeitet und Erosionsschutzgewebe aus Kokos mitaufgebracht und verankert. Im Anschluss wurde über die gesamte Fläche eine zirka zehn Zentimeter starke, bewuchsfähige Substratschicht aufgebracht und mit Saatgut im Aufspritzverfahren begrünt.
Dreidimensionales JKS Gitter gegen Oberflächenerosion
Das System eines dreidimensionalen JKS Gitters ermöglicht die Sicherung von Oberflächenerosion und verhindert das Auswaschen von Material bei gefährdeten Böschungsflächen. Durch das Montieren von Lasten-Verteilerstangen und das Vernageln dieser in den Böschungskörper wird eine stark belastbare Schutzschicht an der Böschungsoberfläche montiert. Es soll dadurch künftigen Auswaschungen und leichten Verformungen im Böschungskörper entgegengewirkt werden.
Das Gitter wird je nach Bedarf und Wirkungsziel zu gleichen Teilen mit drainagefähigem Kantkornmaterial und bewuchsfähigem Substrat gefüllt. Durch diese zusätzliche Drainagewirkung wird das eintretende Oberflächenwasser bei Starkregenereignissen oder während der Schneeschmelze gezielt im Gitterhorizont gebremst und nach unten in das Sicherbecken eingeleitet. Die Erosion wird im darunter liegenden Böschungskörper durch die Maßnahmen stark minimiert.
Rekultivierung mittels Spezialaufspritzbegrünung
Zur Renaturierung wurde als Begrünungsmaßnahme standortgerechtes Saatgut inklusive Tiefwurzlern mittels Aufspritzverfahren aufgebracht. Bereits nach einigen Wochen begann die Spezialsaat zu wachsen und eine feine, grüne Schicht war sichtbar.
Die darauffolgenden Wochen stellte sich der Begrünungserfolg umfassend ein und die Böschung konnte erfolgreich gesichert werden.